Geschichte des Musikstils Boogie Woogie
Die Geschichte des Boogie Woogie beginnt zu Anfang des 20. Jh. in den texanischen Eisenbahn- und Bergbaustädten. In den dortigen Musikclubs, den sog. "Jukes", spielten mehrere Gitarristen den dort als "Fast Western Blues" populären Musiksound zusammen. Einer spielte die Melodie, ein zweiter die Akkorde und, falls ein dritter zur Stelle war, bestimmte er mit seinem Baß-Spiel den Rhythmus. Später übernahmen die ersten Pianisten, die man als "Jukemen" bezeichnete, den Baßrhythmus-Part des dritten Gitarristen. Der Boogie Woogie war also ursprünglich eine pianistische Begleittechnik. Der Blues-Sänger "T-Bone" Walker überlieferte uns in seinen schriftlich aufgezeichneten Lebenserinnerungen, daß er den Boogie Woogie zum ersten mal in der Heilig-Geist-Kirche von Dallas, Texas hörte. Er beschrieb diesen Musikstil als "eine Art Blues".
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Der Boogie Woogie wurde in den 20er Jahren und in der ersten Hälfte der 30er Jahre zur reinen Pianomusik weiterentwickelt, als er von Texas zu den Ragtimepianisten nach Chicago, St. Louis, Detroit und Kansas City gelangte, wobei der negroide Süden von Chicago damals die erste Hochburg des Boogie Woogie war.
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Dieser Piano-Jazzstil basierte auf Bluesmustern. Die linke Hand des Pianisten spielte ein rhythmisches Baßmuster, den sog. "Walking Bass" (ostinante Baßfigurmit 8 Achteln im Takt), während die rechte Ha nd die Melodie und die Blues-Improvisation übernahm.
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Die Pioniere dieses Boogie Woogie waren: Henry Brown, "Cripple" Clarence Lofton, Speckled Red, Romeo Nelson, "Cow Cow" Davenport, Montana Taylor, Jimmy Yancey (ließ sich als "Vater des Boogie Woogie" feiern), Clarence "Pinetop" Smith (mit seinem "Pinetop's Boogie-Woogie" erhielt der Boogie Woogie seinen Namen).
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Große Boogie Woogie Virtuosen waren u.a.: Pete Johnson, Albert Ammons, Meade Lux Lewis (1929 mit "Honky Tonk Train Blues"), Memphis Slim, Sammy Price, Jay McShann und Willie Mabon.